blog | Artikel


Die Kunst des Stakeholder Managements in Projekten | 11/2015

«Diejenigen, die immer nur das Mögliche fordern, erreichen gar nichts. Diejenigen, die aber das Unmögliche fordern, erreichen wenigstens das Mögliche.»
(Michail Bakunin, russischer Revolutionär)

Insbesondere in Projekten ist es von entscheidender Bedeutung, sämtliche Beteiligte aktiv zu beobachten und Ihre Einstellung zum Projekt genau im Auge zu behalten. Somit bietet sich die Methode des Stakeholder Managements an. «Als Stakeholder wird eine Person oder Gruppe bezeichnet, die ein berechtigtes Interesse am Verlauf oder Ergebnis eines Prozesses oder Projektes hat.» (Quelle: Wikipedia) Ziel dieser Methode ist es, Pro- und Contra-Argumente sämtlicher Beteiligten herauszuarbeiten, projektbezogene „Botschaften“ der Zielgruppen zu erarbeiten, eine konstruktive Vertrauensbasis zu schaffen, sowie eine ehrliche und klare Kommunikation und eine mögliche Partizipation in der Projektarbeit sicherzustellen.

Die folgenden Schritte im Stakeholder Management haben sich dabei bewährt:

1. Identifikation der Stakeholder des Projektes

  • Welche Prozesse werden wesentlich verändert?
  • Wer ist durch das Projekt betroffen oder
  • am Projekt beteiligt?

2. Analyse der Stakeholder

  • Interesse an den Projektergebnissen
  • Ängste / Erwartungen
  • Betroffenheit durch das Projekt
  • Einfluss/Macht auf das Projekt

3. Ableitung von Massnahmen

  • Beteiligung im Projekt (Partizipation)
  • Kommunikationskonzept
  • Betroffenheit durch das Projekt
  • Einfluss/Macht auf das Projekt

Eine sehr hilfreiche Form der Visualisierung von Erkenntnissen des Stakeholder Managements ist die Form des Stakeholder Portfolios. Hierbei wird die Intensität des Einflusses gegen eine mögliche Unterstützung respektive des zu erwartenden Widerstandes aufgetragen.

Die Kunst des Stakeholder Management besteht anschliessend darin, sich nicht in den folgenden Fallstricken zu verwickeln:

  • Wichtige Stakeholder sind nicht identifiziert bzw. einbezogen
  • Zu viele unterschiedliche Meetings oder Reviews zur Berücksichtigung der Stakeholderinteressen
  • Vorhandene Ergebnisse werden nicht zur Verfolgung des Stakeholder Managements genutztt
  • Einhaltung von Vereinbarungen wird nicht ausreichend geprüft
  • Stakeholder sind zu stark auf andere Themen fokussiert und zu beschäftigt in eigenen Projekten
  • Der schmale Grat, den die Forderung nach Einbeziehung darstellt, wird für den Stakeholder zu einer Qual

Um in Ihren Projekten diejenigen, welche ein massgebliches Interesse an den Ergebnissen haben, sei es positive aber auch negative, aktiv einzubeziehen, sollten sie die folgenden Dinge beachten:

  • Identifizieren Sie Ihre gesamten Stakeholder
  • Planen Sie deren Einbeziehung und Beteiligung
  • Definieren und dokumentieren Sie Ihren Prozess des Stakeholder Managements
  • Planen Sie die Aufzeichnung und Analyse von Ergebnissen Ihres Stakeholder Managements
  • Nutzen Sie existierende Ergebnisse zur Kontrolle Ihres Stakeholder Managements
  • Bewerten Sie regelmässig die Effizienz Ihres Stakeholder Managements gegenüber Ihren Planungen
«Unsere Hauptaufgabe ist nicht, zu erkennen, was unklar in weiter Entfernung liegt, sondern zu tun, was klar vor uns liegt.»
(Thomas Carlyle, schottischer Historiker )

Bleiben Sie interessiert.