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Zum Projektleiter ernannt – und jetzt? | 01/2016

«Menschen bilden bedeutet nicht, ein Gefäss zu füllen, sondern ein Feuer zu entfachen.»
(Aristophanes)

Geschafft: Sie haben in Ihrem Unternehmen die neue Rolle bekommen und dürfen nun Projekte mit Ihrem Team eigenständig abwickeln. Es sind zwar zunächst eher kleine Aufgabenstellungen, jedoch ist dies ein erster Schritt in die von Ihnen gewünschte und eingeschlagene Richtung. Ihr Ziel ist Ihnen völlig klar und Sie arbeiten fest daran, dieses auch zu erreichen.

  1. Gruppe: Projektmanagement-Basiswissen
    Sie erleben, dass in Ihren jetzigen Projekten Menschen mitarbeiten, die Ihnen Fachbegriffe aus dem Projektmanagement an den Kopf werfen. Diese können Sie zwar grob einordnen, jedoch bemerken Sie, dass Sie keine klare und untereinander abgestimmte Begriffsdefinition haben. Ihre Auftraggeber und Entscheider geben Ihnen das Gefühl, sie seien Ihnen methodisch einen Schritt voraus. Neben Ihren Anstrengungen, die inhaltlichen Dinge im Projekt zu liefern, hinken Sie im methodischen Bereich eher hinterher.
  2. Gruppe: Anforderungsdefinition
    Sie bezeichnen sich als lösungsorientierten Projektleiter. In Ihren Projekten liefern Sie sehr schnell erste Lösungen. Jedoch erleben sie, dass diese zwar zeitnah verfügbar sind, jedoch ist manchmal der Nutzer nicht ganz zufrieden, da er sich eine andere Lösung vorgestellt hatte. Sie ziehen für sich den Schluss, mehr Aufwand in die für alle Beteiligten abgestimmte Formulierung der Benutzerwüsche zu investieren. Sie wollen damit vermeiden, Zeit und Geld in etwas zu investieren, was zwar Ihnen «gefällt», aber vom Benutzer eher gering akzeptiert wird.
  3. Gruppe: Agiles Projektmanagement
    Ihre Beteiligten berichten, dass es neue Methoden, insbesondere in der Softwareentwicklung gibt, die eine völlig neue Form der Aufgabenabarbeitung bieten und dabei die Bedürfnisse des Kunden weitaus stärker in die Projektabwicklung einbeziehen. Das scheint Zeit und Geld zu sparen und führt zu hoher Kundenzufriedenheit.
  4. Gruppe: Umgang mit Konflikten
    Seitdem Sie die neue Rolle des Projektleiters haben, arbeiten Sie in der Regel in interdisziplinär zusammengestellten Teams. Sie führen diese Teams, haben allerdings keine disziplinarische und auch keine fachliche Weisungsbefugnis. Da Sie ein beliebter und akzeptierter Mitarbeiter sind, funktioniert das eigentlich ganz gut. Dennoch merken Sie, dass es Konflikte im Projektteam, aber auch in der Zusammenarbeit mit Externen gibt. Es wird erwartet, dass Sie diese professionell bearbeiten können.
  5. Gruppe: Toolunterstützung
    Um Ihren eigenen Aufwand zu reduzieren, möchten Sie sich mit passender Software unterstützen lassen. In erster Linie haben Sie im Bereich der Projektstrukturierung, der Terminplanung, der Ressourceneinsatzplanung aber auch hinsichtlich von Kollaboration grossen Bedarf, da könnte MS Project ein Schritt in die richtige Richtung sein.

Die zuvor aufgeführten Gruppen von Anforderungen stellen das grundlegende Rüstzeug für Projektleiter dar. Es ist somit hilfreich zu prüfen, in welchen dieser Gruppen ein akuter Handlungsbedarf zur Aus- und Weiterbildung besteht. Ein modular aufgebautes Ausbildungskonzept sollte Ihnen die Möglichkeit bieten, Ihre Projektmanagement Skills, berufsbegleitend, d.h. neben Ihrer laufenden Projektarbeit gezielt aufzubauen respektive zu vertiefen. So lässt sich auch Ihr Wunsch nach einer möglichen Zertifizierung im Projektmanagement gezielt vorbereiten. Sie legen damit eine Grundlage für Ihr eigenes Jahres- respektive Zielvereinbarungsgespräch mit Ihrem Vorgesetzten und können mit sehr konkreten Vorschlägen für Ihre individuelle Entwicklung beitragen.

«Es ist ein Beweis hoher Bildung, die grössten Dinge auf die einfachste Art zu sagen.»
(Ralph Waldo Emerson)

Bleiben Sie interessiert.